1. Vortrag zum Wolfsmanagement beim ÖJV-NB

Am 29.06.2019 hat Herr Eckhard Fuhr, Jäger, Journalist, Autor, Vorstandsmitglied beim ÖJV Brandenburg und Leiter des dortigen Arbeitskreises Wolf, einen öffentlichen Vortrag zum Wolfsmanagement in Brandenburg in Achim gehalten.

 

Inhalt des Vortrages waren, die Biologie des Wolfes, die Geschichte der Bestandesentwicklung des Wolfes in Deutschland - speziell in Brandenburg -, die Geschichte und Entwicklung des Wolfsmanagement in Brandenburg, der Herdenschutz, Umgang mit "Problemwölfen"  sowie aktuelle rechtliche Fragen und Regelungen zum Wolf im Bundesnaturschutzgesetz. Während und nach dem Vortrag kam es zu interessanten und spannenden Diskussionen der anwesenden Teilnehmer.

 

Eine Zusammenfassung des Vortrages befindet sich  hier.

2. Rebhuhnexkursion in Südniedersachsen

Am 24.05.2019 hat der ÖJV-NB mit Interessierten und Gästen im Rahmen einer Exkursion  das Rebhuhnschutzprojekt im Landkreis Göttingen besucht.

 

Unter Federführung von Herrn Dr. Eckhard Gottschalk und Frau Lisa Dumpe von der Universität Göttingen, Abteilung Naturschutzbiologie wurde die Feldflur südlich der Stadt Göttingen besichtigt, in der auf Teilflächen Maßnahmen und Konzepte des Schutzprojektes mit artenreichen Blühstreifen umgesetzt werden.

 

Kern des Projektes sind hierbei strukturreiche Blühstreifen in der Agrarlandschaft  im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen des Landes Niedersachsen und das grenzüberschreitende PARTRIDGE-Projekt durch das Europäische Interreg Nordseeprogramm. Herr Gottschalk und Frau Dumpe erläuterten  vor Ort das Management der Blühflächen mit der "Göttinger Mischung" über die Anlage (mit Arten wie z.B. Lein, Buchweizen, Sonnenblume, Waldstaudenroggen)  und Pflege, sowie deren Auswirkungen auf den Rebhuhnbesatz.

 

Während vielerorts in Niedersachsen die Rebhuhnbesätze dramatisch zusammengebrochen sind oder das Rebhuhn sogar völlig verschwunden ist, ist es im Rahmen dieses Projektes gelungen, die Rebhuhnbesätze zu halten und in Teilgebieten sogar anzuheben, wobei die Besatzdichten lokalen Schwankungen unterliegen können. Gezeigt wurde hierbei auch, dass neben dem Rebhuhn als Leitart in dem Projekt, auch zahlreiche andere Tierarten, wie z.B. Feldhasen, Vögel, Insekten und Tagfalter von den Maßnahmen profitieren und insgesamt zu einer deutlichen Erhöhung der Artenvielfalt in der freien Landschaft führen. Betont wurde bei der Führung die Wichtigkeit der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort.

 

Diskutiert wurde im Rahmen des Vor-Ort-Besuches auch Maßnahmen zum Prädatorenmanagement, die aber in diesem Projekt- im Gegensatz zu anderen europäischen Rebhuhnprojekten - nicht durchgeführt werden, da ein Ansatz ist, zu untersuchen, wie sich die Rebhuhnpopulation allein durch Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung entwickelt.  Deshalb sind die angelegten Blühstreifen mindestens 20 m breit, da Nester in schmaleren Streifen ein erhöhtes Prädatorenrisiko aufweisen.

 

Der ÖJV-NB bedankt sich bei Herrn Dr. Gottschalk und Frau Dumpe für die interessante und lehrreiche Führung. Es bleibt zu hoffen, dass der Projektansatz  vor Ort weitere Verbreitung in Niedersachsen findet, um ein völliges Verschwinden des Rebhuhns in naher Zukunft zu verhindern.

 

Nähere Infos zum Projekt hier: Rebhuhnschutzprojekt und PARTRIDGE